Mineral heilt sich selbst von Schäden durch radioaktive Strahlung
Manche Minerale setzen sich selbst radioaktiver Strahlung aus und verändern so über lange Zeit ihre Struktur. Monazit verhält sich in diesem Fall "wie Camembert, in den man Löcher bohrt": Sind schon Strahlenschäden vorhanden, "heilt" das Mineral wieder von selbst. In einer neuen Studie konnte ein internationales Forschungsteam um Lutz Nasdala vom Institut für Mineralogie und Kristallographie an der Universität Wien nun die Ursache des Selbstausheilens von Monazit durch Helium-Bestrahlungsexperimente finden. Die Ergebnisse wurden in "Scientific Reports" veröffentlicht.
Hitzestau
ForscherInnen der Universität Graz stellen unverhältnismäßig starke globale Wärmezunahme in der Atmosphäre fest
Veganes Leder aus Pilzen
Leder findet als langlebiges und vielseitig einsetzbares Material in vielen Bereichen unseres Alltags Verwendung, z.B. in der Möbel- und Kleidungsindustrie. Als eine ethisch- und umweltgerechtere Alternative gelten aus Pilzen gewonnene Lederersatzmaterialien. Ein internationales Team um die Materialchemiker Alexander Bismarck und Mitchell Jones von der Universität Wien zeigt in einem Übersichtsartikel in "Nature Sustainability" das beträchtliche Potenzial der aus Pilzen gewonnen erneuerbaren nachhaltigen Textilien auf.
Neues Christian Doppler Labor an der Universität Wien
Am 4. September eröffnet das neue Christian Doppler Labor für optische Quantencomputer. Unter der Leitung des Physikers Philip Walther von der Universität Wien entwickeln Forscher*innen neue Technologien für Quantencomputer, die auf photonischen Plattformen basieren. Diese Quantencomputer sollen vielseitig und für praxisnahe Anwendungen eingesetzt werden. Durch das Bereitstellen eines photonischen Quantencomputers in der Cloud werden Wissenschafter*innen und die breite Öffentlichkeit die Möglichkeit haben Quantenalgorithmen auszuführen. Christian Doppler Labore werden von der öffentlichen Hand und den beteiligten Unternehmen gemeinsam finanziert. Wichtigster öffentlicher Fördergeber ist das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW).
Autophagie: Der Anfang vom Ende
Die Autophagie, vom Griechischen für "Selbst-Essen", ist ein essentieller Prozess, um Zellbestandteile zu isolieren und zu recyclen, wenn die Zelle unter Stress steht oder Nährstoffe limitiert sind. Bei der Autophagie werden schadhafte Proteine oder Organellen in einer Doppelmembran, dem Autophagosom, eingekapselt und später abgebaut. Lange war unklar, wie dieser zelluläre "Müllsack" genau entsteht. Ein Team unter der Leitung von Sascha Martens an den Max Perutz Labs, ein Joint Venture der Universität Wien und der Medizinischen Universität Wien, hat nun die ersten Schritte in der Bildung der Autophagosomen im Labor nachgebaut. Dabei konnten die Forscher*innen zeigen, wie winzige Bläschen mit einem Protein namens Atg9 den Keim bilden, aus dem das Autophagosom wächst. Die Studie wurde im Top-Journal "Science" publiziert.
Im Kampf gegen Tollwut: World Rabies Day 2020
Tollwut ist eine seltene, jedoch höchst gefährliche Infektionserkrankung, die unbehandelt für den Menschen tödlich endet. Zwar gilt die Tollwut in Österreich dank erfolgreicher Tollwutbekämpfung seit 2008 als ausgerottet. Dennoch sterben jährlich zehntausende Menschen weltweit an der Virusinfektion. Der internationale Welt-Tollwut-Tag (engl.: World Rabies Day) am 28. September erinnert daran, dass bei der Bekämpfung der Tollwut bereits Vieles, aber bei weitem noch nicht alles erreicht wurde. Darauf macht die Vetmeduni Vienna mit einem Fotowettbewerb auf Instagram unter dem Hashtag #WRDvetmeduni2020 aufmerksam.
Auf der Suche nach der stressresistenten Kartoffel
EU-Projekt "ADAPT" untersucht, wie sich die Nutzpflanze an Umweltstress anpasst
Sonnencreme, Bier und Rock’n’Roll
Das FM4-Frequency Festival, das jedes Jahr Ende August rund 100.000 Besucher*innen nach St. Pölten lockt, fällt dieses Jahr aus. Den Musikfans bleibt nur in Erinnerungen zu schwelgen. Ein Forscher*innenteam der Universität Wien und des WasserCluster Lunz untersuchte nun die Auswirkungen des Festivals für das Flussökosystem der Traisen. Die Studie zeigt, dass die Besucher*innen eine Vielzahl organischer Verbindungen aus Getränken, Pflegeprodukten und Abfällen in die Traisen eintragen. Diese Substanzen beeinflussen dann den Metabolismus des Flusses während des Festivals. Die Ergebnisse wurden in "Environmental Science & Technology" veröffentlicht und dokumentieren damit erstmals die Konsequenzen der intensiven Freizeitnutzung für den Kohlenstoffkreislauf von Fließgewässern.