Fettverteiler: ForscherInnen der Uni Graz identifizieren Schlüssel-Enzym
Wenn Fett im Körper falsch verteilt ist, hat das negative Konsequenzen: Ein erhöhtes Risiko für Stoffwechselerkrankungen, Störungen im Hormonhaushalt sowie schlechtere Entwicklungschancen für den Nachwuchs – all diese Effekte beobachteten zwei Forschungsteams der Universität Graz in Tiermodellen. Und zwar immer dann, wenn ein bestimmtes, fettspaltendes Enzym namens Hormon-sensitive Lipase, kurz HSL, fehlte. Ihre Studien rund um diesen Schlüsselspieler der Fettverteilung wurden in den Fachjournalen Communications Biology und eLife publiziert.
Fleißiger als Bienen: Vögel und Fledermäuse bestäuben Pflanzen der Anden
Bestäuber wie Bienen, Schmetterlinge, Fledermäuse und Vögel haben maßgeblich zur Entstehung der großen Diversität an Blütenpflanzen beigetragen. Oft weisen dabei nah verwandte Pflanzenarten unterschiedliche Bestäubungssysteme auf. Beispielsweise kann eine Pflanzenart von Bienen, eine nahverwandte Art aber von Kolibris bestäubt werden. Wie es im Laufe der Evolution zu einem solchen Wechsel kommt, ist nach wie vor unklar. Ein Team um Agnes Dellinger und Jürg Schönenberger von der Universität Wien ist dieser Frage nun in einer neuen Studie in den Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas nachgegangen.
1,5 Grad: Einhaltung der Klimaziele bremst Anstieg des Meeresspiegels
Ein internationales Klimaforscher*innen-Team mit Beteiligung des Innsbrucker Glaziologen Fabien Maussion berechnete mit beispielloser Genauigkeit den Anstieg des Meeresspiegels durch Eisschmelze bis zum Ende des 21. Jahrhunderts. Würde das 1,5-Grad-Ziel eingehalten, könnte der Anstieg relativ zu den aktuellen Emissionszusagen um die Hälfte reduziert werden. Andernfalls drohen je nach Szenario 25 bis 40 Zentimeter Meeresspiegel-Anstieg. Die Studie wurde in Nature veröffentlicht.
Seltener Meteoriten-Fund in Tirol
An der Universität Innsbruck konnte kürzlich ein außergewöhnlicher Meteoriten-Fund bestätigt werden: Der in der Umgebung von Innsbruck entdeckte, etwa 4 Kilogramm schwere Findling aus dem All ist der erste jemals in Österreich gefundene Eisenmeteorit. Jürgen Konzett vom Institut für Mineralogie und Petrographie erwartet sich von den laufenden Analysen Hinweise auf dessen Herkunft sowie Einblicke in Entstehungsprozesse unseres Sonnensystems.
Neues Masterstudium Molecular Precision Medicine
Das neue Masterstudium "Molecular Precision Medicine" widmet sich der Entstehung von Krankheiten und deren Behandlung auf molekularer und mechanistischer Ebene. Das gemeinsam von Medizinischer Universität Wien und Universität Wien eingerichtete Studium vereint Wissenschafter*innen aus den Bereichen Grundlagenforschung sowie der translationalen und klinischen Forschung und vermittelt Studierenden umfassendes Wissen über die Möglichkeiten, Herausforderungen und Zukunftsperspektiven der Präzisionsmedizin.
Die menschliche Geburt: Eine evolutionäre Kompromiss-Geschichte
Verglichen mit vielen anderen Primaten ist die menschliche Geburt relativ schwierig, da der Kopf des Babys im Vergleich zum Geburtskanal sehr groß ist. Dieses Schädel-Becken-Verhältnis erhöht das Risiko für Geburtskomplikationen. Lange wurde vermutet, dass der aufrechte Gang des Menschen eine evolutionäre Vergrößerung des Beckens verhinderte. Biolog*innen der Universität Wien haben in einer aktuellen Studie im Fachmagazin PNAS eine andere Erklärung gefunden: Ein größerer Beckenkanal erschwert es dem Beckenboden, den Fötus und die inneren Organe zu halten und erhöht das Risiko für Inkontinenz.
Spermidin verbessert die Gedächtnisleistung
Spermidin ist eine natürliche Substanz, die unter anderem in Weizenkeimen, Nüssen und Pilzen enthalten ist, aber auch im menschlichen Körper vorkommt. Sie verlängert das Leben von Zellen und hat positive Effekte auf den Alterungsprozess des Gehirns. Letzteres konnten ForscherInnen der Universität Graz, der Freien Universität Berlin und der Medizinischen Universität Innsbruck in zwei gemeinsamen Studien zeigen. Sie stellten fest, dass Mäuse und Fliegen bessere kognitive Leistungen zeigen, wenn sie mit Spermidin angereicherter Nahrung gefüttert wurden. Auch im Menschen scheint ein höherer Spermidingehalt in der Nahrung mit verbessertem Denkvermögen und einer stärkeren Gedächtnisleistung verknüpft zu sein. Die Studien sind im renommierten Fachjournal Cell Reports erschienen.
Buch-Tipp: Wie schlimm sind Bananen?
Der Klimawandel ist eines der größten Probleme unserer Zeit und wir alle wollen das Richtige für unseren Planeten tun. Wir müssen unsere Lebensweise überdenken – nur wie?