Neue Funktionen im Darm-Mikrobiom entdeckt
Ein internationales Team aus Wissenschafter*innen um die Mikrobiologen Alexander Loy von der Universität Wien und David Schleheck von der Universität Konstanz hat neue metabolische Fähigkeiten von Darmbakterien entschlüsselt. Die Forscher*innen haben erstmals analysiert, wie Mikroben im Darm den pflanzlichen Schwefelzucker Sulfoquinovose verarbeiten. Sulfoquinovose steckt in allen grünen Gemüsesorten wie Spinat und Salat. Die Studie ergab, dass spezialisierte Bakterien bei der Verwertung des Schwefelzuckers kooperieren und dabei Schwefelwasserstoff produzieren. Dieses Gas – bekannt für seinen Geruch nach faulen Eiern – hat ambivalente Effekte auf die Gesundheit: In niedriger Konzentration wirkt es entzündungshemmend. Große Mengen Schwefelwasserstoff im Darm werden wiederum mit Erkrankungen wie Krebs in Verbindung gebracht. Die Studie ist im Fachmagazin "The ISME Journal" erschienen.
Leben in einer Plastikwelt: FHTW-Projekt untersucht Risiken für Mensch und Umwelt
In einem von der Stadt Wien geförderten Projekt widmet sich ein Team der FH Technikum Wien den Risiken von Mikroplastik und Nanopartikeln für Mensch und Umwelt. Das hochaktuelle Thema soll damit stärker im Master-Studium „Ökotoxikologie und Umweltmanagement“ verankert werden und auch die eigene Forschung vorantreiben.
Erster Sternenpark in Österreich etabliert
Lichtverschmutzung wird zu einem immer größeren Problem, das sich auf die Natur und den Menschen auswirkt. Vor diesem Hintergrund hat die Universität Wien gemeinsam mit der oberösterreichischen Landesregierung, dem Naturpark Attersee-Traunsee und weiteren lokalen Projektpartnern den ersten Sternenpark Österreichs etabliert und damit die Region Attersee-Traunsee zum "Nachtlandschaftsschutzgebiet" erklärt.
Fitte Zugvögel: Gezielter Schutz der Brustmuskulatur
Einem Schutzmechanismus von Zugvögeln ist nun ein europäisches Forschungsteam unter Leitung der Vetmeduni Vienna (Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung) auf die Spur gekommen. Demnach sind Wachteln in der Lage, ihre Brustmuskeln bei ihren Wanderungsflügen gezielt vor oxidativem Stress zu schützen. Die ForscherInnen gehen davon aus, dass dieser Mechanismus ein wesentlicher Grund dafür ist, dass die Zugvögel ihre weiten Flüge überhaupt erfolgreich bewältigen können.
Die ganze Welt spricht Spanisch: Hispanoamerika im Unterricht aber stark vernachlässigt
90 Prozent der Spanisch sprechenden Menschen leben in Hispanoamerika, der Spanischunterricht in Österreich und Deutschland konzentriert sich trotzdem vorwiegend auf Spanien. Das belegt eine aktuelle Umfrage unter 264 Studienanfänger*innen von Elissa Pustka und Linda Bäumler der Universität Wien. Während Spanisch als sogenannte plurizentrische Sprache mit vielfältigen Normen betrachtet wird und die Lehrpläne eigentlich die Berücksichtigung von Sprachvariation einfordern, wird dies in der Praxis kaum umgesetzt. Student*innen wünschen sich größere Vielfalt.
Die beständige Gefahr nach Landschaftsbränden
Jedes Jahr verbrennen weltweit schätzungsweise vier Prozent der Landoberfläche. Zurück bleiben mehr als 250 Megatonnen verkohlter Pflanzen. Eine Studie der Universität Wien hat in diesen Kohlen nun erstmals erhöhte Konzentrationen umweltbeständiger freier Radikale nachgewiesen – und das teilweise noch fünf Jahre nach dem Brand. Diese können reaktive Substanzen generieren, welche wiederum Pflanzen und Lebewesen schaden. Die Forscher*innen um Gabriel Sigmund und Thilo Hofmann haben Kohleproben aus den Rückständen von Wald-, Gras- und Buschbränden in unterschiedlichen klimatischen Zonen analysiert. Die Studie erscheint in Nature Communications Earth & Environment.
Älter als gedacht: Zähne entschlüsseln den Ursprung des Tigerhais
Der Tigerhai wird bis zu fünfeinhalb Meter lang und zählt somit zu den größten lebenden Haien. Heute kommt er weltweit vor und zeichnet sich durch das namensgebende Streifenmuster auf seiner Rückseite aus. Ein internationales Forscher*innen Team um Julia Türtscher von der Universität Wien hat sich mit dem Ursprung dieser Räuber beschäftigt und herausgefunden, dass es in der Vergangenheit mehr Arten gab und es den heutigen Tigerhai schon deutlich länger gibt als bisher angenommen. Die Ergebnisse dieser Studie erscheinen im Fachjournal "Paleobiology".
Sprachmelodie hilft beim Erkennen von Wörtern
Hören wir eine uns fremde Sprache, ist es schwierig zu erkennen, wann ein Wort aufhört und das nächste beginnt. Dabei kann die Sprachmelodie eine Hilfe sein: Wissenschafter*innen der Universität Wien haben herausgefunden, dass Wörter in einem kontinuierlichen Sprachfluss gut erkannt werden, wenn die Silbe am Wortende länger ausgesprochen wird als die restlichen Silben des Wortes. Eine ungewohnte Sprachmelodie erschwert hingegen das Erkennen von Wörtern. Die Studie erscheint in Frontiers in Psychology.