Menschliche Landnutzung in Bergregionen erhöht Risiko tödlicher Erdrutsche
Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, dass Erdrutsche naturgemacht sind, zeigt eine neue Studie, dass die meisten tödlichen Erdrutsche in vom Menschen veränderten Umgebungen auftreten. Die aktuelle Studie, die von einem internationalen Team der Universität Wien, der Universität Ankara, der Technischen Universität Istanbul, der Bursa Uludag Universität und des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geowissenschaften durchgeführt wurde, liefert einen globalen Überblick darüber, wie Eingriffe des Menschen in die Natur das Auftreten von Erdrutschen beeinflussen. Die wichtigste Erkenntnis der Studie ist, dass Veränderungen der Landnutzung und der Bodenbedeckung einen wesentlich größeren Einfluss auf die Zahl der Todesopfer durch Erdrutsche haben als physikalische Faktoren wie Topografie und Niederschlag, insbesondere in Ländern mit niedrigem und unterem mittleren Einkommen. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.
Hotspots von Pflanzeninvasion verlagern sich von subtropischen auf gemäßigte Regionen
Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Universität Wien hat erstmals hochauflösende globale Karten zum Invasionsrisiko für Tausende gebietsfremder Pflanzenarten unter aktuellen Bedingungen sowie unter zukünftigen Klima- und Landnutzungsszenarien erstellt. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die globalen Hotspots des Pflanzeninvasionsrisikos geografisch verlagern werden, wobei gemäßigte Regionen einem steigenden Risiko ausgesetzt sein werden, während das Risiko in einigen subtropischen Gebieten zurückgehen könnte. Die Studie wurde in Nature Ecology & Evolution veröffentlicht.
Klima an den Klippen: Forscher:innen enträtseln Entwicklung des Grönländischen Eisrandes
Senkrechte Eiswände, bis zu 40 Meter hoch: In Game of Thrones wurden sie als Befestigung dramatisiert, im Kalten Krieg mit Interesse erforscht. Wie die imposanten Wälle entlang des 80 000 Kilometer langen Eisrands Grönlands entstanden sind, wie sie sich entwickeln und welchen Einfluss sie auf das Klima habe, ist noch nicht vollständig geklärt. Forscher:innen der Universitäten Graz und Innsbruck sind der Lösung des Rätsels einen Schritt näher gekommen. Die Ergebnisse ihrer jüngsten Untersuchung sind in der Zeitschrift The Cryosphere erschienen.
Eierpecken mit Mehrwert: Zweinutzungshühner im Fokus
Ostern ohne Eier? Undenkbar! Doch wie steht es um die Gesundheit der Hühner, die sie legen? Im Projekt „Gesundes Brustbein“* untersuchen Forschende der Vetmeduni, warum Legehennen häufig unter Brustbeinschäden leiden und welche Faktoren ihre Knochengesundheit beeinflussen. Dabei rücken Zweinutzungshühner in den Fokus: Diese Tiere verbinden Legeleistung und Fleischproduktion und könnten eine vielversprechende Alternative für mehr Tierwohl und eine nachhaltigere Landwirtschaft darstellen.
Galápagos-Goldwaldsänger: Gesänge von Männchen und Weibchen haben unterschiedliche Funktionen
Jahrzehntelang konzentrierte sich die Vogelgesangsforschung fast ausschließlich auf Männchen. Dabei singen bei vielen Vogelarten auch die Weibchen. Eine neue Studie von Forschenden der Universität Wien und der Anglia Ruskin University zeigt nun, dass weibliche Galápagos-Goldwaldsänger häufig singen – jedoch offenbar aus anderen Gründen als die Männchen. In Experimenten, bei denen territoriale Eindringlinge simuliert wurden, stellten die Forschenden fest, dass der Gesang der Weibchen weder mit Konkurrenz unter Artgenossinnen noch mit der Signalisierung von Aggression zur Revierverteidigung in Verbindung steht. Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Animal Behaviour veröffentlicht wurden, werfen neue Fragen zur Funktion von Vogelgesang auf.
Wölfe machen Beute – und Raben merken sich, wo
Lange gingen Forscher:innen davon aus, dass Raben Wölfen folgen, um von deren Rissen zu fressen. Eine Tracking-Studie zeigt jedoch, dass die Aasfresser eine weitaus interessantere Strategie verfolgen.
Klimawandel bremst die Erde: Tag-Verlängerung beispiellos seit 3,6 Millionen Jahren
Der Klimawandel verlängert unsere Tage, da das Ansteigen der Meeresspiegel die Erdrotation verlangsamt. Wissenschafter der Universität Wien und der ETH Zürich konnten nun zeigen, dass der derzeitige Anstieg der Tageslänge – 1,33 Millisekunden pro Jahrhundert – in den letzten 3,6 Millionen Jahren klar hervorsticht. Die Schwankungen der Tageszeit vor Millionen von Jahren ermittelte das Team mithilfe der fossilen Überreste einzelliger Meeresorganismen, so genannter benthischer Foraminiferen. Die Studie erschien aktuell im "Journal of Geophysical Research: Solid Earth".
Sonnenschirm hilft bei der Suche nach einer zweiten Erde
Die Beobachtung von Exoplaneten bringt einige Herausforderungen mit sich. Insbesondere Planeten, die der Erde ähneln, sind sehr schwer zu untersuchen, da sie nur schwach leuchten und von ihrem zugehörigen Stern überstrahlt werden. Nun hat ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung von Stefan Kimeswenger, Astrophysiker an der Universität Innsbruck, einen neuen Ansatz untersucht: Ein großes, erdbasiertes Teleskop soll mit einem im Weltraum kreisenden „Sonnenschirm“ kombiniert werden, der das Licht des Sterns gezielt ausblendet.