Roboter, Flugsimulator und Smart Glasses: Digitalisierung und Innovation an der FH Kufstein Tirol

Neben neuen Studiengängen, die die Digitalisierung als Schwerpunktthema haben, setzt sich die FH Kufstein Tirol auch in Forschung und Praxisprojekten mit dem Thema in Technik und Wirtschaft intensiv auseinander – mit einer Reihe neuer innovativer Forschungsobjekte.

Kniehoch wie ein Kleinkind, leuchtende Augen im niedlichen Gesicht stellt er sich mit kindlicher Stimme vor: „My Name is NAO“. NAO ist ein humanoider, also menschenähnlicher Roboter und darauf programmiert, die Mimik und Gestik von Menschen zu analysieren um entsprechend darauf zu reagieren. Der Roboter ist die neueste Anschaffung einer Reihe innovativer Forschungsobjekte der Fachhochschule Kufstein Tirol.

ROBOTER ALS ASSISTENT UND WEGWEISER

NAO wurde als Roboter-Gefährte sowie persönlicher Roboter konzipiert und besitzt eine Grundausstattung an Applikationen und einer eigens dafür entwickelten Software. Aktuell analysieren Studierende des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen die verschiedensten Anwendungsbereiche und überprüfen die Möglichkeiten auf Funktionalität und Umsetzung. Beispielsweise könnte NAO während einer Kundenberatung in einem Geschäft den aktuellen Warenbestand direkt aus dem Warenwirtschaftssystem abrufen. Ebenso ist denkbar, dass der Roboter über externe Indoor-Navigationssysteme den Standort von Produkten bestimmt und anschließend dem Kunden den Weg durch das Geschäft zeigt.

Während die Anwendungsmöglichkeiten von NAO im Bachelorstudiengang Wirtschaftsingenieurwesen untersucht werden, lernen Studierende des neuen Masterstudiengangs Smart Products & Solutions in Python zu programmieren, einer Sprache, die auch NAO versteht. „Seit 20 Jahren steht die FH Kufstein Tirol für fundierte wirtschaftliche und technische Studiengänge. Der neue Studiengang Smart Products & Solutions ist eine hervorragende Antwort auf die aktuellen Herausforderungen der Digitalisierung“, kommentiert der Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Dr. Harald Mahrer.

Über die i.ku – Innovationsplattform Kufstein steht der Roboter auch dem Partner kufgem zur Verfügung, die FH kann im Gegenzug auf NAOs größeren Roboterfreund Pepper von der kufgem zugreifen, der bereits auf der Feier zum 20-jährigen FH-Jubiläum das Publikum begeisterte. Studierende arbeiten im Rahmen eines Praxisprojekts des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen momentan daran, Pepper so zu programmieren, dass er Fragen wie ein Sprachassistenzsystem beantworten kann.

MIT INNOVATIVEM FITNESSGERÄT ÜBER DIE ALPEN FLIEGEN

Eine weitere Neuheit an der Kufsteiner Fachhochschule ist das ICAROS-System des Institute for Web Technologies & Applications (WEBTA). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forschen unter anderem im Bereich virtueller Realität, entwickeln Anwendungen für das ICAROS-System und untersuchen auch dessen Usability. ICAROS ist das Fitnessgerät eines Münchner Start-ups, mit dem der Nutzer gleichzeitig seinen Körper trainieren und virtuell über verschiedene Landschaften fliegen kann. Das Gerät lässt sich durch Gewichtsverlagerung in zwei Achsen bewegen, eine VR-Brille gibt den AnwenderInnen beispielsweise das Gefühl über die Alpen zu gleiten. Für zusätzliche Motivation werden Gamingelemente eingebaut: Die NutzerInnen steuern durch eine schmale Schlucht und fliegen durch bunte Ringe um Punkte zu sammeln.

SMART GLASSES ALS UNTERSTÜTZUNG IN DER EINARBEITUNG

Die innovative Lernfabrik der FH Kufstein Tirol, das LEAN Lab, bietet seit ihrer Eröffnung vor einem Jahr eine ideale Trainings- und Ausbildungsumgebung für das Erlernen von Lean Management Tools. Aber auch in der Forschung ist das Team des LEAB Lab aktiv und untersucht wichtige Bereiche der Digitalisierung: Industrie 4.0, Augmented Reality und Smart Glasses. Im Auftrag der Firma Dinkhauser Kartonagen GmbH haben WissenschaftlerInnen des LEAN Lab eine Softwarelösung für die Microsoft HoloLens entwickelt, die Rüstprozesse visuell darstellt. Mithilfe der Augmented-Reality-Anwendung möchte das Unternehmen seinen MitarbeiterInnen eine einzigartige und sehr praxisnahe Einlernphase bieten.

In einem ganz anderen Kontext widmet sich das Institut der virtuellen Darstellung von musealen Artefakten. „Virtuelle Verbund-Systeme und Informations-Technologien für die touristische Erschließung von kulturellem Erbe“ kurz ViSIT heißt ein Interreg-Projekt, das BesucherInnen mit neuartigen Angeboten in Museen locken möchte. Die Projektpartner wollen die Festung Kufstein und die Veste Oberhaus im bayerischen Passau auf eine innovative Art und Weise touristisch erschließen.

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