Zum Semesterende heißt es für die Studierenden Prüfungszeit und Abgabestress. Zahlreiche KI-Tools stehen gratis zur Verfügung und sollen die Arbeit erleichtern. Ob beim Recherchieren, Strukturieren oder Überarbeiten von Texten: Anwendungen wie ChatGPT verändern Lernen und wissenschaftliches Arbeiten. Doch viele fragen sich, ob der Einsatz dieser KI-Tools überhaupt erlaubt ist oder wie sie diese Hilfsmittel effektiv nutzen. “Die neue Technologie ist verbunden mit Unsicherheit und oft mit Mythen besetzt. Die FHV vermittelt daher zukunftsorientierte Kompetenzen und bietet leicht zugängliche Formate, die den Studierenden Orientierung geben. Unsere Hochschullehrenden beschäftigen sich auch in der Forschung mit dem Thema, wie generative KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann und schaffen somit einen direkten Transfer in die Lehre”, gibt FHV-Rektorin Regine Kadgien einen Einblick.

Klare Leitlinien

Gerade in der Prüfungszeit nehmen klare Leitlinien den Druck. „Wir kreieren eine Lernkultur, in der KI weder Tabu noch Abkürzung ist, sondern ein Werkzeug. Wichtig sind hier Reflexion, Eigenverantwortung und Fairness“, so Claudia Franceschini, Koordinatorin des Schreibzentrums der FHV-Bibliothek und Dozentin. Sie vermittelt den Studierenden im Fach Wissenschaftliches Arbeiten die Grundlagen guter Forschungsarbeit. „KI treibt die digitale Transformation rasant voran. Unsere Aufgabe ist es, Studierende nicht nur technisch zu befähigen, sondern ihnen kritisches Denken sowie Medien- und Informationskompetenz mitzugeben“, betont Franceschini. “Studierende sollen wissen, was erlaubt ist und wie sie KI sinnvoll und effizient einsetzen.“

Konkret unterstützt die FHV die Studierenden, Lehrenden und Forschenden mit KI-Labs und Workshops, die Wissen vermittelt. “Wir diskutieren Chancen und Grenzen und sammeln Best Practices”, gibt Franceschini einen Einblick. Eine Campus interne Plattform zu “KI und wissenschaftliches Arbeiten” mit dem Bibliotheks-Team gibt Datenschutz-Hinweise und Tipps für Prompts. Eine persönliche Beratung und Schreibabende ermöglichen es, individuelle Fragen zu klären. Von Quellenangaben bis zu Transparenzanforderungen.

Checkliste für KI-Anwendung

Florian Buehler, Hochschullehrer im Fachbereich Wirtschaft an der FHV, forscht zum Thema, wie generative KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann. Generative KI ist eine Form von KI, die neue Inhalte erzeugen kann, statt nur vorhandene Daten zu analysieren oder zu klassifizieren. Vor Kurzem hat der Experte gemeinsam mit internationalen Kolleg:innen einen wissenschaftlichen Artikel im internationalen Journal “AI and Ethics” veröffentlicht, in dem acht Kernprinzipien zu deren Nutzung definiert wurden. “Wir haben eine praxisorientierte Checkliste für Forschung, Lehre und Abschlussarbeiten definiert und klare Spielregeln erstellt. Wenn wir offenlegen, wo und wie KI im wissenschaftlichen Prozess genutzt wird, stärken wir das Vertrauen in Ergebnisse, in die Wissenschaft und in die Fähigkeiten der Studierenden”, betont Buehler. Die Checkliste umfasst neben Qualitätskontrolle und Transparenz auch Datensicherheit oder Originalität sowie ethische Standards im Umgang mit KI.

Studierende an der FHV profitieren im Studienalltag nicht nur von klaren Leitlinien in Bezug auf die Nutzung von KI, sondern auch von Best Practice, KI-Labs, digitalen Plattformen und persönlicher Beratung. Damit sind Fairness und Chancengleichheit gewährleistet. “Wir vermitteln ihnen Zukunftskompetenzen wie Reflexionsfähigkeit, transparentes Arbeiten oder kritisches Denken. Die FHV begleitet die Studierenden und Lehrenden in eine Zukunft, in der Technologie und Bildung Hand in Hand gehen”, fasst FHV-Rektorin Kadgien abschließend zusammen.