Neugier statt Nachahmung: Welpen überimitieren (noch) nicht
Welpen imitieren irrelevante Handlungen (noch) nicht – zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie des Messerli Forschungsinstituts der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Untersucht wurden 54 sechs bis acht Wochen alte Hundewelpen, die noch bei ihren Züchterinnen und Züchtern mit Mutter und Wurfgeschwistern lebten – also vor der Adoption und wahrscheinlich noch bevor eine enge Mensch-Hund-Bindung zu einer Bezugsperson entsteht.
Neue Technologie der Uni Graz macht verborgene Eigenschaften von Tumorzellen sichtbar
Es klingt nach Science-Fiction, könnte aber in Zukunft die Krebsforschung voranbringen: Ein Team der Universität Graz unter der Leitung des Physikers Jan Enenkel entwickelt ein neues Laborgerät mit Lasertechnologie, mit dem einzelne Tumorzellen untersucht werden können. Die Idee erinnert an den medizinischen Tricorder aus der Filmserie Star Trek – allerdings als hochpräzise Messplattform. Ein Spin-off-Fellowship der Fördergesellschaft FFG unterstützt die Entwicklung der Technologie an der Uni Graz mit rund 500.000 Euro.
Arznei für Ameisen: Koffein verlängert das Leben erkrankter Insekten
Schwarzer Kaffee belebt uns und wirkt gegen Bakterien. Kann Koffein also auch Insekten guttun? Ja, bestätigen Biolog:innen der Universität Graz. Leiden Ameisen an einer Pilzerkrankung, nehmen sie mehr Koffein zu sich und bleiben länger aktiv.
Vitamin E als Schlüssel: Pharmazeut hat Substanz gefunden, die Entzündungen „abschaltet“
Alzheimer, Adipositas oder Atherosklerose: Viele Zivilisationskrankheiten werden von einer Entzündung vorangetrieben oder begleitet. „Therapien zielen meistens darauf ab, das Fortschreiten der Inflammation zu blockieren. Für eine langfristige Heilung muss sie aber vollständig aufgelöst werden“, weiß Andreas Koeberle, Pharmazeut an der Universität Graz. Im Normalfall leistet der Körper diese Arbeit selbst. Funktioniert dieser Prozess allerdings nicht einwandfrei, können chronische Entzündungen entstehen, die etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Krebs begünstigen.
Verborgene Strukturen im Orionnebel entdeckt
Ein internationales Team unter der Leitung von Juan Diego Soler von der Universität Wien hat mithilfe zweier der weltweit leistungsstärksten Radioteleskope bislang verborgene Strukturen innerhalb des Orionnebels aufgedeckt. Das Projekt lieferte die bislang schärfsten Karten des neutralen Wasserstoffs in dieser Region massereicher Sternentstehung. Die Ergebnisse zeigen die komplexe Wechselwirkung von Sternentstehungsgebieten mit ihrer Umgebung und deuten darauf hin, dass der Orionnebel nicht durch eine einzelne expandierende Blase, sondern durch mehrere Episoden stellaren Feedbacks geprägt wurde. Die neuen Erkenntnisse zeigen, dass unser bisheriges Bild von Sternentstehung noch lückenhaft ist. Die Studie wurde aktuell im Fachjournal "Astronomy & Astrophysics" veröffentlicht.
Wann beginnen wir zu tanzen? – Wie Babys auf Musik reagieren
Menschen aller Kulturen teilen die Fähigkeit, Musik zu erkennen und mit Bewegung darauf zu reagieren. Während die Verarbeitung von Musik bei Erwachsenen bereits gut erforscht ist, war bisher offen, wie und wann Säuglinge beginnen, gehörte musikalische Reize in spontane Körperbewegungen umzusetzen. Dieser Frage ist ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Trinh Nguyen und Stefanie Höhl von der Universität Wien und Giacomo Novembre vom Italienischen Institut für Technologie (IIT) in einer aktuellen Studie nachgegangen. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass das Gehirn Musik zwar schon ab dem dritten Lebensmonat verarbeitet, sich komplexe Bewegungsmuster als Reaktion auf die Musik jedoch erst gegen Ende des ersten Lebensjahres entwickeln. Die Studie erscheint aktuell im Fachjournal eLife.
Heiß erwischt: Bericht zeigt Rekordverluste bei Gletschern, Permafrost und Schneebedeckung
Nicht nur im Sommer treibt der Klimawandel die Temperaturen in die Höhe. Auch im Winter wird es immer wärmer – mit dramatischen Auswirkungen für Gletscher, Permafrost, Schneebedeckung und das Zufrieren von Seen. Konkrete Zahlen für Österreich liefert der kürzlich erschienene Kryosphärenbericht. „Unser Monitoring zeigt eine eindeutige Entwicklung mit Rekordverlusten bei Eis und Schnee“, sagt Projektleiter Wolfgang Schöner von der Universität Graz.
„HeinrichBiCool“: Uni Graz demonstriert mit Vorzeigeprojekt Effekte von Gebäudebegrünung
Ein Pionierprojekt hat die Uni Graz am Universitätszentrum Theologie gestartet. Sein Name „HeinrichBiCool“ ist Programm: Eine umfassende Gebäudebegrünung wird das Haus in der Heinrichstraße 80 im Sommer kühlen. Gleichzeitig entsteht damit ein neuer Lebensraum für Pflanzen und Tiere, der zur Erhöhung der Biodiversität beiträgt. Das begleitende Monitoring liefert detaillierte Daten zu den Auswirkungen der Maßnahmen auf Raumklima, Energieverbrauch und Artenvielfalt. Die Erkenntnisse schaffen wissenschaftlich fundierte Grundlagen für weitere Projekte, um Städte zukunftsfähig, klimaresilient und lebenswert zu gestalten. Kooperationspartner in dem von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG finanzierten Vorhaben sind AEE INTEC – Institut für Nachhaltige Technologien, Technisches Büro Siegfried Stark, das Landschaftsarchitektur- und Städtebaubüro studio boden sowie Ökoteam Graz.