Gutes Benehmen: So kommt man beruflich weiter

Gutes Benehmen ist sowohl privat als auch beruflich wichtig, um mit anderen Menschen auszukommen und nicht auf negative Weise aufzufallen. Aber was genau versteht man eigentlich unter gutem Benehmen und wie sieht dieses in bestimmten Situationen konkret aus? Dieser Artikel erklärt, was gutes Benehmen ist und wie Sie dieses vor allem beruflich zeigen, um im Job weiterzukommen.

„Ein freundliches Wort kostet nichts und ist dennoch das Schönste aller Geschenke.“ Dieses Zitat der britischen Schriftstellerin Daphne du Maurier ist ein passender Einstieg für unser Thema, denn letztlich ist gutes Benehmen nichts anderes als ein netter, hilfsbereiter und respektvoller Umgang mit unseren Mitmenschen. Ein Mangel an gutem Benehmen, der sich durch Unhöflichkeit und ein schlechtes Sozialverhalten ausdrückt, führt unweigerlich dazu, dass man bei anderen Menschen aneckt und negativ auffällt. Das ist weder privat noch beruflich wünschenswert. Zuhause und im Freundeskreis ist das Fehlen von guten Manieren noch bis zu einem gewissen Maß kein großes Problem. In Gesellschaft von vertrauten Menschen muss man schließlich nicht zwangsläufig beim Essen gerade sitzen oder immer Bitte und Danke sagen. Spätestens mit dem Eintritt ins Berufsleben bei Bewerbungsgesprächen sind die Regeln des guten Benehmens jedoch nicht weniger wichtig wie passable Zeugnisnoten. Umfragen zufolge klagen Personaler jeglicher Branchen oft an, dass es Bewerbern neben zufriedenstellenden Grundkenntnissen in Deutsch und Mathematik an guten Umgangsformen fehle. Viele junge Menschen beherrschen die Umgangsregeln nicht, weil sie diese durch ihre Erziehung nicht erlernt haben. Und hat man sich schlechte Umgangsformen erst mal angewöhnt, ist es schwer, diese wieder loszuwerden. Ein Ding der Unmöglichkeit ist das aber nicht, wenn man erst mal weiß, was gutes Benehmen ausmacht und warum dies so wichtig ist.

Definition: Was ist gutes Benehmen eigentlich?

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Allgemein bezeichnet Benehmen den Umgang mit anderen Menschen. Der Zusatz „gut“ beinhaltet in diesem Zusammenhang, sich an bestimmte geschriebene und ungeschriebene Regeln der Gesellschaft zu halten, wie Menschen idealerweise miteinander umgehen sollten. Gutes Benehmen bedeutet darüber hinaus, in bestimmten Situationen angemessen zu reagieren. Zu diesen Situationen gehören das Verhalten an bestimmten Orten wie Arbeitsplatz, Schule oder Essenstisch, aber auch unerwartete Begebenheiten wie einem überraschenden Telefonanruf oder einem Anrempeln auf der Straße. Wie aber kriegt man es hin, in jeglichen Situationen angemessen zu reagieren?

  • Durch Kenntnis der geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze des guten Benehmens
  • Durch Selbstreflexion und Einfühlungsvermögen
  • Durch eine höfliche Allgemeinhaltung

Die Regeln guten Benehmens

Jede Gesellschaft hat bestimmte geschriebene und ungeschriebene Regeln, die den Umgang miteinander festlegen. Das bezieht sich sowohl auf den privaten Bereich als auch die Öffentlichkeit und das Berufsleben. Viele Regeln guten Benehmens lernen wir in der Kindheit kennen, schließlich ist es in erster Linie Aufgabe der Eltern, ihren Nachwuchs auf das Leben vorzubereiten und ihm die richtigen Umgangsformen beizubringen. Grob lassen sich die Regeln guten Benehmens in einen verbalen und einen nonverbalen Teil einordnen.

Verbaler Teil

Dazu gehört zum Beispiel die Begrüßung, wenn man auf andere Menschen trifft. Wie diese ausfällt, ist von Situation zu Situation unterschiedlich und muss durch Gespür und Einfühlungsvermögen bestimmt werden: Ein guter Freund wird anders begrüßt als der Lehrer oder Chef. Mit einem freundlichen „Hallo“ oder „Guten Morgen“ macht man aber selten etwas falsch. Ebenfalls in den verbalen Teil fallen die Zauberworte „danke“ und „bitte“. Wenn man von jemandem etwas bekommt oder jemand etwas für einen tut, sollte man sich höflich bedanken. Möchte man etwas von einem anderen Menschen, zum Beispiel eine Gefälligkeit oder Auskunft, gehört ein „bitte“ zum guten Benehmen dazu.

Ein gesonderter Bereich des verbalen Teils ist der Schriftverkehr. So gibt es zum Beispiel Vorgaben für den gestalterischen Aufbau eines Geschäftsbriefs. Auch für die E-Mail-Korrespondenz sind Leitlinien vorhanden, wenngleich es in geschäftlichen Mails eine Spur lockerer und zwangloser zugehen kann als in Briefen.

Nonverbaler Teil

Zum nonverbalen Teil guten Benehmens gehört es zum Beispiel, sich beim Niesen oder Gähnen die Hand vor den Mund zu halten. Auch sollte man nicht blind durch eine Tür gehen und diese jemand anderem vor der Nase zuschlagen. Wenn man gemeinsam mit anderen isst, zeigen Tischmanieren gutes Benehmen.

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Diese und weitere Verhaltensweisen lernen Kinder in der Regel von ihren Eltern – oft, indem sie das Verhalten dieser einfach imitieren. Verfügen aber schon die Erwachsenen nicht über gute Umgangsformen, dann können sich die Kinder auch nichts abschauen. Statt mit guten wachsen sie mit schlechten Umgangsformen auf und wie das bei Gewohnheiten so ist, wird man sie schwer wieder los. Nicht umsonst sind Kurse mit dem Thema Knigge an Volkshochschulen immer gut besucht. Neben dem Elternhaus sind jedoch auch die Schulen, Vereine und die Gesellschaft allgemein dafür verantwortlich, Heranwachsendes gutes Benehmen beizubringen und schlechte Umgangsformen zu tadeln.

Gutes Benehmen: mehr als nur Regelbefolgung

Gutes Benehmen umfasst jedoch mehr als die bloße Befolgung einiger Benimmregeln. Wer gutes Benehmen an den Tag legt, verfügt gleichzeitig auch über soziale Kompetenzen, ohne die man im Berufsleben ohnehin nicht weit kommt. Dazu gehört beispielsweise die Fähigkeit, Fehler einzusehen und sich bei seinem Gegenüber dafür zu entschuldigen. Um jedoch zunächst mal einzusehen, dass man etwas falsch gemacht hat, bedarf es Selbstreflexion.

Diese Selbstreflexion, also die Fähigkeit das eigene Handeln zu analysieren und zu hinterfragen, ist in Verbindung mit Einfühlungsvermögen auch erforderlich, um in unerwarteten Situationen gutes Benehmen zu zeigen. So ist es beispielsweise in einigen Ländern unüblich, sich zur Begrüßung die Hand zu geben. Um hier gutes Benehmen zu zeigen, muss man sich zunächst zurücknehmen, beobachten und dann den veränderten Gepflogenheiten anpassen.

Gutes Benehmen als Basis fürs Berufsleben

Gutes Benehmen ist eine wichtige Grundvoraussetzung für Erfolg im Berufsleben. Bereits in der Schule, spätestens aber bei Vorstellungsgesprächen kommt man mit Höflichkeit und guten Manieren weiter. Immer wieder entstehen Situationen, in denen ein gewisses Verhalten einfach erwartet wird. Wer gutes Benehmen verinnerlicht hat, tut hier ohne lange zu überlegen das Richtige und fällt positiv auf anstatt anzuecken. Nachfolgend einige Verhaltensregeln, die gutem Benehmen entsprechen.

Abstand halten

Menschen haben eine gewisse Distanzzone. Die unfreiwillige Nähe von anderen Menschen, etwa in einer Warteschlange oder in einem vollgestopften Bus, löst schnell Stress aus. Wer über gutes Benehmen verfügt, rückt einem anderen Menschen, wenn es sich vermeiden lässt, nicht zu dicht auf die Pelle und hält eine Wohlfühldistanz von mindestens 50 Zentimetern ein.

Begrüßung

Hier gibt es im Berufsleben einige ungeschriebene Gesetze. So sollte man die ranghöchste Person stets zuerst begrüßen, selbst dann wenn eine Frau anwesend ist. Ansonsten ist es üblich, ältere Menschen vor jüngeren und Frauen vor Männern zu begrüßen. Beim Händeschütteln macht sich zudem ein „Freut mich“ gut.

Kritik

Niemand wird gerne kritisiert. Daher sollten Sie, wenn Sie einen Kollegen oder gar den Chef mit Kritik konfrontieren, unbedingt auf den richtigen Rahmen achten. Wählen Sie ein persönliches Gespräch unter vier Augen und schildern Sie Ihre Ansichten sachlich und frei von Pauschalisierungen. Äußern Sie keine Kritik im Beisein von Dritten.

Anrufe

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Es gibt so einige Knigge-Regeln fürs Telefonieren wie etwa eine höfliche Begrüßung und Verabschiedung. Darüber hinaus sollten bei geschäftlichen Meetings Anrufe nur angenommen werden, wenn es wirklich dringend ist. Alles andere ist unhöflich. Wer bei solchen Anlässen ständig telefoniert, signalisiert den Anwesenden, dass andere Dinge wichtiger sind als sie. Außerdem stört das ständige Telefonklingeln die Zusammenkunft. Schon das Ablegen des Telefons auf dem Tisch ist unhöflich.

Titel

Verfügt Ihr Gesprächspartner über einen Doktor- oder Professorentitel, so sprechen Sie ihn auch damit an. Sind beide Titel vorhanden, brauchen Sie nur den höheren Professorentitel verwenden.

Visitenkarten

Wenn Sie bei einem Geschäftstreffen eine Visitenkarte überreicht bekommen, sollten Sie dieser ein paar Sekunden Aufmerksamkeit schenken, bevor Sie sie wegstecken. Sie ungelesen einzustecken gilt genauso als unhöflich, wie keine eigene Visitenkarte dabeizuhaben.

Geschäftsempfänge

Beim Besuch von Kunden oder Geschäftspartnern in Ihrem Unternehmen gebietet es die Etikette, die Gäste in Empfang zu nehmen, entsprechend zu begrüßen und in den Gesprächsraum zu führen. Ebenso sollten Sie die Gäste nach der Zusammenkunft zur Tür bringen und freundlich verabschieden.